Vom Fachman für Kenner 2007 – The very best of

Lauter geile Texte gefunden bei Titanic:

 

Überprüftes Sprichwort

 

Wer anderen eine Grube gräbt, der fällt gar nicht selbst hinein, sondern sitzt nebenan im Bauwagen, trinkt ein Bier und hat bloß »vergessen«, ein Umleitungsschild aufzustellen.

 

Tibor Rácskai

 

Letztens auf dem Dorffest

 

»Hi Lukas, sollen wir beide mal eben einen Jägermeister trinken gehen? Das würde doch passen.«

 

»Wieso würde das passen?«

 

»Weil, Jägermeister nennt man doch auch Hochsitzcola oder Hörne bzw. Hörnerwhisky.«

 

»Ja und, was hat das mit mir zu tun?«

 

»Ich meine nur, weil du ja der Gehörnte bist!«

 

»Wieso bin ich der Gehörnte?«

 

»Weil deine Freundin doch letztens mit Timo rumgemacht hat.«

 

»Was hat die?«

 

»Ich hol uns dann mal zwei Bier!«

 

Frank Scheller

 

 

 

 

 

Ist so

 

Seit ich einen künstlichen Darmausgang habe, geht mir die Verdauung quasi am Arsch vorbei.

 

Wolfgang Beck

 

 

 

 

 

Waschtag

 

Lustig ist auch, wenn man im Supermarkt einem Gruftipärchen begegnet, das gerade Waschmittel für Weißes und Buntes in den Einkaufswagen legt, und man sich denken kann: »Ha! Erwischt!«

 

Kathrin Müthing

 

 

 

 

 

Die Hochzeit meines besten Freundes

 

Was hat man über Hochzeiten nicht alles schon für Sachen gehört. Da erbricht sich der Bräutigam, noch meterbreit vom Vorabend, mitten in der Trauung vor des Pfarrers Füße, die sich plötzlich hintergangen fühlende Ex schreit den Standesbeamten zusammen, oder die Schwiegermutter schneewalzert ihre zwei Zentner volle Breitseite ins Büffet. Nicht so leider bei der Hochzeit meines besten Freundes. Brautpaar, Aufgebot und Gäste erschienen aufgeräumt und pünktlich in Standesamt und Kirche, niemand hatte versehentlich die Trauringe zu Hause liegenlassen, und die anschließende Feier im Gemeindehaus endete Schlag zwei mit Udo Jürgens’ »Ich war noch niemals in New York«.

 

Ich will es meinem Freund nicht so direkt sagen, aber meiner Meinung nach ist diese Ehe jetzt schon zum Scheitern verurteilt.

 

Daniel Sibbe

 

 

 

 

 

Soziales Elend

 

Neulich: Konzert, Oasis gesehen, aber eigentlich fast gar nichts gesehen, weil ganz hinten gestanden. Wie dann alle irgendwann über ihren Köpfen im Takt klatschten und anschließend mit emporgereckten Händen die Texte skandierten, war die Bühne endlich zur Gänze verdeckt und mir vollkommen klar: Es gibt einfach zu viele Arme auf der Welt.

 

Philipp Schwenke

 

 

 

 

 

Ehrliche Werbung

 

Beim letzten Wochenend-Flanieren lachte mich aus einem hell erleuchteten Schaufenster eine große Werbetafel an: »Nie mehr zuviel bezahlen«. Daß dies kein leerer Werbespruch, sondern eine seriöse, hundertprozentig zutreffende Prognose war, wurde mir klar, als ich mir den Laden genauer ansah: Es war ein Bestattungsinstitut.

 

Katharina Greve

 

 

 

 

 

Paßwörter

 

Weil es viele Computernutzer Spionen immer noch zu einfach machen, indem sie ihre Daten nur mit dem Vornamen von Familienangehörigen oder Städtenamen schützen, raten Experten zu komplizierten Paßwörtern, schrieb die Thüringer Allgemeine. Die Paßwörter sollten aus Groß- und Kleinbuchstaben, dazu aus Satzzeichen und Zahlen bestehen. »Qviyf2,9grmf« knackt so schnell keiner, wurde behauptet. Das würde ich bezweifeln. Immerhin stand es schon in der Zeitung.

 

Uwe Geishendorf

 

 

 

 

 

Nur so zur Info

 

Nur weil man mit dem Darsteller einer Schwulen-Sitcom von einer Preisverleihung nachts rotzbetrunken zum Hotel fährt, heißt das noch gar nichts, Herr Taxifahrer.

 

Murmel Clausen

 

 

 

 

 

Einfach gut

 

Die Droge Cannabis finde ich vor allem deshalb so gelungen, weil man nur bekifft seine Wäsche von der Waschmaschine in den Trockner umräumen und sich dabei fragen kann, warum die Sachen eigentlich noch nicht getrocknet sind.

 

Christian Martin

 

 

 

 

 

Voyeurismus

 

Ich gebe gerne zu, daß es mich ziemlich erregt, wenn ich der Fleischfachverkäuferin in den Aufschnitt schauen kann.

 

Christoph Virchow

 

 

 

 

 

Mein Beileid

 

»Ey, du schuldest mir noch 20 Euro!«

 

»Meine Oma ist heute gestorben.«

 

»Okay – sagen wir fuffzehn.«

 

Katinka Buddenkotte

 

 

 

 

 

Neuer Straftatbestand

 

Wenn ich in der letzten Zeit um 17 Uhr im Dunkeln von der Arbeit komme, höre ich meine Nachbarin immer mit ihren Stöcken und ihrem keuchenden Atem hinter mir herhetzen. Habe sie jetzt angezeigt, wegen Nordic Stalking.

 

Joachim Schuch

 

 

 

 

 

Rechts oben

 

Frank hat mir erzählt, daß man bei Bildern immer zuerst oben rechts hinschaue, das habe man herausgefunden. Im Grunde schaue man sogar nur rechts oben hin, alles außer rechts oben existiere nur in unserer Vorstellung. Das habe man noch nicht herausgefunden, aber wenn er Leute beim Anschauen seiner Bilder beobachte, dann habe er das Gefühl, daß es nicht mehr lange dauern werde, bis man das auch noch herausfinde. Er habe im Übereifer schon mal einige Bilder gemalt, bei denen er alles außer rechts oben weggelassen habe, aber inzwischen bezweifle er, daß das klug war. Schließlich könne auch er nicht genau sagen, wo oben rechts aufhöre und unten links anfange. Folglich könne man vom Übriggebliebenen wiederum alles bis auf rechts oben weglassen. Am Ende werde sich noch herausstellen, daß es rechts oben in dem Sinne gar nicht gebe und man sich alles bis auf den einen letzten Punkt am äußersten Rand rechts oben einbilde. Dann könne er sich die ganze Malerei im Grunde sparen. Da das aber auch fad wäre, male er eben weiter wie bisher.

 

Tibor Rácskai

 

 

 

 

 

Pawlow

 

In letzter Zeit ist es komisch: Sehe ich schwangere Frauen mit so richtig dicken, prallen Bäuchen, bekomme ich rätselhafterweise immer großen Hunger.

 

Nils Heinrich

 

 

 

 

 

Die Türkei und die EU

 

Um ein bißchen Spannung in die Sache zu bringen, sollte die EU Kurdistan als Vollmitglied aufnehmen.

 

David Sowka

 

 

 

 

 

Trickbetrüger

 

Bei den Geldautomaten der Berliner Sparkasse wird man seit neuestem auf dem Touchscreen mit den Worten »Warnung vor Trickbetrügern!« empfangen. Diese löbliche Art von Selbstkritik ist für Banken eher ungewöhnlich. Ich habe meine EC-Karte dann trotzdem in den Schlitz gesteckt – ich brauchte nun mal das Geld.

 

Tina Manske

 

 

 

 

 

Zähneputzen

 

Ich wache auf. Schläuche und Elektroden sind an meinem Körper befestigt. Irgendwo piepst elektronisches Gerät. Mein Hals fühlt sich an wie Dresden 1945. Die frisch operierte Wunde an meiner Schulter schmerzt. Die Schwestern schieben mich aus dem OP-Saal des Bonner St. Petrus-Krankenhauses in den nächstgelegenen Aufzug. Ziel: erst mein Zimmer und dann kraftbringender Schlaf. Vorher treffen wir jedoch auf eine junge Mutter mit ihrer vielleicht fünfjährigen Tochter. Die Kleine guckt mich mit kritischem Blick an. Ich bin noch unfähig zu lächeln oder mich gar zu artikulieren. Hebe müde die Hand, schließe erschöpft die Augen, höre folgenden Dialog. Tochter: »Muß ich auch mal ins Krankenhaus?« Mutter: »Nein. Du weißt doch, wann man ins Krankenhaus muß.« Tochter (blitzschnell): »Wenn man sich nicht die Zähne putzt!«

 

Ich dämmere weg. Ein Gedanke setzt sich in meinem Kopf fest: Hatte ich mir an diesem verfluchten Tag, als mich sechs volltrunkene Wichser überfielen und zusammenschlugen, vor dem Verlassen des Hauses die Zähne geputzt? Gnadenbringende Reste meiner Vollnarkose entführen mich in einen traumlosen Schlaf.

 

Sebastian Badenberg

 

 

 

 

 

Maschinenwesen

 

Als ich mich mit meiner Freundin zu Besuch in der schönen Stadt Wien befand, schlenderten wir vom berühmten Karlsplatz aus die weniger berühmte Karlsgasse entlang. Dabei passierten wir ein eher unscheinbares Gebäude, von dem nicht zu reden wäre, hätte nicht über dem Eingang der Schriftzug »Institut für Maschinenwesen« geprangt. Im ersten Moment fanden meine Freundin und ich das noch recht lustig. Als aber zwei junge Männer das Gebäude verließen, starren Blicks, das kurze Blondhaar streng gescheitelt, wurde uns doch ein wenig mulmig.

 

Hans-Peter Hartmann

 

 

 

 

 

Marktlücke

 

Innovationsgeist und betrieblicher Wagemut werden in Deutschland doch gar nicht gewürdigt. Ungewohnt rüde beantwortete das Patentamt meine Anmeldung eines Tiefkühlschrankes mit Kinderklappe für den nord- und ostdeutschen Markt.

 

Björn Högsdal

 

 

 

 

 

Therapievorschlag

 

In Finnland war der Alkohol mitsamt seinen Folgen letztes Jahr erstmals die Todesursache Nummer eins. Ich wußte es: Saufen kann praktisch alle Krankheiten besiegen!

 

Jan Freunscht

 

 

 

 

 

Dialektik

 

Neulich in einem Lokal in Göttingen. Am Nebentisch unterhalten sich zwei männliche Jugendliche:

 

»Hast du sie denn schon mal geküßt?«

 

»Nein, Mann! Die Schlampe läßt sich nicht küssen!«

 

Maik Tändler

 

 

 

 

 

Mutter!

 

Ich zeige meiner Mutter in der Zeitung die Besprechung eines Konzerts der Band Placebo. Das Foto zeigt laut Bildunterschrift den »Placebo-Sänger Brian Molko«. Darauf meine Mutter: »Placebo-Sänger? Singt der nicht selbst?«

 

Thomas Böhm

 

 

 

 

 

Klima im Pendelverkehr

 

Morgens in der U-Bahn in die Gesichter dieser geschundenen Menschen zu blicken, in diese gänzlich ausdruckslosen Augen, die nichts wollen und keine Auskunft geben, sondern lediglich starrend auf einer Bild-Zeitung verharren, von der die Schlagzeile prangt: »Müssen wir Deutsche die Erde alleine retten?« – solche Momente versöhnen mich wieder vollständig mit dem nahenden Desaster.

 

Gregor Mothes

 

 

 

 

 

Altern

 

Daß man langsam alt wird, merkt man daran, daß die Filme, die man für eigentlich recht neu hält, plötzlich als »die besten aller Zeiten« auf Kabel1 kommen.

 

Volker Surmann

 

 

 

 

 

Ausprobiert

 

Ich habe einiges ausprobiert und kann deshalb reinen Gewissens behaupten, daß man mit seinen Mitmenschen doch mit nichts so schnell ins Gespräch kommt wie mit einem ordentlichen Auffahrunfall im Berufsverkehr.

 

Christian Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elternliebe

 

Es ist kein geringer Schock, in mittlerem Alter von den Eltern via Anrufbeantworter offenbart zu bekommen, daß man als Säugling adoptiert wurde. Das Ende der Welt droht mit der Vorstellung, daß Mama und Papa nicht das sein sollen, was man all die vielen Jahre in ihnen sah. Noch größer ist jedoch der Schrecken über das Wesen seiner Alten, wenn man beim umgehenden Rückruf erfährt, man habe sich lediglich einen kleinen Scherz erlaubt, um beim wochenlang abgängigen Sohn verschüttete familiäre Gefühle zu wecken. Am Sonntag gibt’s Schweinebraten, sei pünktlich!

 

Volker Schwarz

 

 

 

 

 

Clever

 

Eine ganz hervorragende Tarnung für eine VHS-Kassette mit einem Pornofilm darauf ist die Beschriftung »Phil Collins live«.

 

Ralph Tempel

 

 

 

 

 

Abgabeterminverlängerung

 

Wenn diese Babyklappen etwas größer wären, hätte man einfach mehr Zeit, sich zu entscheiden.

 

Sascha Dornhöfer

 

 

 

 

 

Versuch zum Dialog der Kulturen (1)

 

Der 17jährige Sohn eines Bekannten ist zu Besuch. Wir unterhalten uns. Das Telefon klingelt.

 

Er: Das Telefon klingelt.

 

Ich: Ja, stimmt.

 

Er: Willst du nicht rangehen?

 

Ich: Nein.

 

Er (entsetzt): Wie? Warum?

 

Ich: Weil ich gerade beschäftigt bin.

 

Er: Aber – wir reden doch nur.

 

Ich: Eben.

 

Er: Aber… (Panik steigt in seinen Augen auf) – das Telefon klingelt doch!

 

Ich (lauschend, kurze Pause): Jetzt nicht mehr.

 

Er starrt mich fassungslos an. Sein Blick irrt nervös umher. Vermutlich fürchtet er, daß ich ihn jetzt gleich in den Keller locken und dort aufessen werde. Die Stimmung entspannt sich auch im folgenden nicht mehr so recht. Dialog letztlich gescheitert.

 

Heiko Werning

 

 

 

 

 

Zwischenräumlichkeiten

 

Ich lasse mir seit mehr als einem Jahr die Haare wachsen. Nicht weil es so gut aussieht, sondern weil ich mir so die Zahnseide spare.

 

Thomas Heyen

 

 

 

 

 

Nicht persönlich

 

Meine Ex war immer sehr taktvoll, sogar noch am Schluß: »Das darfst du jetzt nicht persönlich nehmen, aber du bist in meinen Augen echt der allerletzte Mensch, versteh mich nicht falsch, aber du kotzt mich einfach nur an, ich mein, da soll jetzt kein falscher Zungenschlag reinkommen, doch so was Ekliges wie dich, das gibt’s – sei mir nicht böse – kein zweites Mal.«

 

Und klar, ich hab’s natürlich nicht persönlich genommen.

 

Christian Schroeder

 

 

 

 

 

Straßenkunst

 

Alles war wie immer! Ich ging in die langgezogene Kurve mit der erlaubten Geschwindigkeit und beschleunigte dann, um die Fliehkräfte für die darauffolgende, sacht ansteigende Gerade zu nutzen, die direkt auf mein Heimatdorf zusteuert. Rechts auf dem Grünstreifen ein kleines Holzkreuz mit frischen Blumen. Noch eins. Oh, und noch eins. Das stand beim letzten Mal noch nicht da. Ein Gefühl der Behaglichkeit fiel mich an, es war schön, wieder nach Hause zu kommen. Dann das kleine Waldstück… – – – ????? Was in aller Welt war dieses? ­Kleine pittoreske Galgen, wie für verbrecherische Zwerge gemacht, säumten den Straßenrand in einem Abstand von zehn Metern. Daran hingen – ja, tatsächlich, CDs. Hei, wie das blitzte und blinkerte. In allen Regenbogenfarben. Mir war ganz weihnachtlich zumute. Ich rieb mir mit der Rechten die Augen, meine neuen schweinsledernen Rallyefahrerhandschuhe fühlten sich gut an. Dann wußte ich es. Ein einheimischer Künstler hatte hier offenbar eine seiner symbolis­tischen Installationen dem Volke zugänglich gemacht. Ja, genau, eine polemische ­Variation auf den Niedergang der Musikindustrie war das, auf den Verfall des Träger­mediums Compact Disc, und vielleicht ­sogar eine Mahnung, daß mit der allmählichen Durchsetzung der mp3 das alte, ­traditionelle, geliebte Albumformat auf dem Spiel stand. Aber vielleicht war das auch schon eine Überinterpretation. Aus dem Augenwinkel sah ich den alten grünen Fendt, der stoisch die Ackerkrume durchpflügte. Ich bremste und hielt am Feldesrand, ich mußte es jetzt genau wissen. Der Bauer sah mich aus leblosen Augen an und zog seine Spur wie mit einem Lineal. Als er auf meiner Seite der Scholle angelangt war, hielt er und grüßte freundlich: »Watt is?«

 

Ich fragte ihn nach dem Straßenkunstwerk, ob der Künstler ein Einheimischer sei, und was das Werk wohl zu bedeuten habe – und enthielt ihm auch nicht meine noch ganz frische Lesart.

 

Er sah mich an, als hätte ich seine Lieblingssau von hinten genommen, und fuhr dann kopfschüttelnd wieder an. »Dat is gegen Rehe«, hörte ich ihn noch fluchen, »Männ, Männ, Männ.« Ich stieg dann auch wieder in mein Gefährt, plötzlich froh, damals nicht in diesem Scheißkaff hockengeblieben zu sein.

 

Frank Schäfer

 

 

 

 

 

Nachbarn

 

An der Supermarktkasse. Ein halbes Dutzend Leute sieht der vor mir stehenden Sonnenbrille mit Frisur drunter beim Einpacken zu. Die Kassiererin zieht die Pfirsiche über den Scanner und meint großmütig: »Och, die sehen ja gar nicht mehr gut aus. Wollen Sie nicht lieber andere nehmen?« Die Kundin, ganz kurz nachdenkend, antwortet: »Ach nein, die sind für meine Nachbarin.« Da guckten wir nicht schlecht.

 

Alfred Lohmann

 

 

 

 

 

Versuch zum Dialog der Kulturen (3)

 

Das Telefon klingelt.

 

Ich: »Hallo?«

 

Frau: »Guten Tag! Ich rufe an vom Marktforschungsinstitut ›ÖkonoRegio‹! Wären Sie bereit, an einer kurzen Befragung zu unserem Steuersystem teilzunehmen?«

 

Ich: »Na ja… na gut, meinetwegen.«

 

Frau: »Prima! Sie sind doch sicher auch der Meinung, daß wir zuviel an Steuern bezahlen.«

 

Ich: »Nein, keineswegs. Ich wäre eher für Steuererhöhungen.«

 

Dialog gescheitert.

 

Heiko Werning

 

 

 

 

 

Trunkenheitsfahrt

 

Neulich sind wir im Regionalexpress entgleist. Es gab zahlreiche Verwunderte.

 

Roman Moosbuer

 

 

 

 

 

Nicht uninteressant

 

Wer schon immer mal wissen wollte, was die freundliche Schalterfrau der Hausbank wohl dazu sagt, daß man gerade exakt 3000 Euro auf seinem Konto gefunden hat, die einem ein prominenter, aber persönlich nicht bekannter Hamburger Millionär ein dreiviertel Jahr nach seinem Tod mit der Betreffzeile »Verauslagung« überwiesen hat – hier ist die Antwort:

 

»Buchen wir zurück. Dann sind Sie aber im Minus.«

 

Martin Graß

 

 

 

 

 

Entführt

 

An einem grauen Morgen entdeckte ich beim Blick in den Spiegel eine Narbe auf meiner Stirn. Dieses senkrechte, etwa zwei Zentimeter lange Ding hatte ich da noch nie gesehen. Darauf angesprochen meinte ein Freund, das kenne man doch aus amerikanischen Klatschblättern: ­Aliens hätten mich während des Schlafs entführt, an meinem Gehirn rumge­doktert und mich durch ihre fortgeschrittene außerirdische Technologie zu einem ­völlig neuen, effizienten, erfolgreichen und ­starken Wesen gemacht. Nachdem ich die letzten Wochen jetzt mal drauf geachtet habe, kann ich aber sagen: Das war’s ­jedenfalls nicht.

 

Christian Martin

 

 

 

 

 

Endlich mal!

 

Endlich habe ich, ansonsten bekannt für Schwarzmalerei und Pessimismus, etwas Positives, von dem ich berichten kann: meinen letzten Drogentest! Einen solchen kann man sich nämlich seit neuestem für fünf Euro im Münchner Hauptbahnhof aus einem »Med-o-Mat« genannten Automaten ziehen, und verpackt ist er in einem adretten Blechdöschen, das man nach dem Test sehr gut als Versteck für Kiffe plus Blättchen weiterverwenden kann.

 

Oliver Nagel

 

 

 

 

 

Himmel und Hölle

 

Es gibt vermutlich deswegen so wenig muslimische Selbstmordattentäterinnen, weil Frauen die Vorstellung eines ewigen Lebens mit einer Schar in der Kunst der Liebe völlig ungeübter 16jähriger Jungs nicht besonders verlockend finden.

 

Sebastian Mecklenburg

 

 

Vorläufig

 

Wie man kürzlich erfahren konnte, bringt der Internet-Dienstleister Google demnächst ein neues Alphabet auf den Markt. Es soll zunächst als Betabet veröffentlicht werden.

 

Gisbert Amm

 

 

 

 

 

Beim Spaziergang

 

An einem kleinen Spielplatz im malerischen Örtchen Frankenthal hat die Dorfjugend hier (Rutsche) und da (Wippe) einige Gedanken notiert:

 

»Lesbem-WG!«

 

»Goofy du Flach-Wixxa«

 

»Du kannst Blasen, während ich auf Klo sitz und scheiß Nutte!«

 

Wahrscheinlich sind sie verliebt. Romantische Jugendzeit!

 

Dirk Warnke

 

 

 

 

 

 

Wenn‘s nicht mehr geht

 

Für alle, die schon öfter vergeblich versucht haben, mit dem Rauchen aufzuhören, habe ich meines Erachtens die ultimative Methode gefunden: Einfach den langjährig geliebten Partner durch rüdes Verhalten dauerhaft in die Arme eines anderen treiben und kraft des Liebesleids den Nikotinhunger ganz lässig und müde lächelnd wegstecken.

 

Klaus Weidenbrücher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eine Antwort to “Vom Fachman für Kenner 2007 – The very best of”

  1. mtdlapjdj Says:

    Wie fickt man eigentlich?

    man steckt den penis in die Scheide!

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